Wege zu mir

Wege zu mir

Wege zu mir – Herzenswege – eine ganz besondere Woche von Frauen für Frauen.

Der Kennlern-Workshop

 

Nachdem Ines Tietje mich gefragt hatte, ob ich mir vorstellen könne, mitzumachen, verging eine längere Zeit der  Vorbereitungen. Zu einem Treffen mit allen Referentinnen im Winter 2012 fuhr ich ganz gespannt.  Es war ein schöner Abend! Wir haben viel gelacht, gut gegessen, uns Referentinnen ein wenig kennen gelernt, viele Ideen gewälzt für die Frauen  und erfahren, wer zu dem Wochenende eingeladen wird.

 

An einem verschneiten Samstag im Januar 2013 machte ich mich dann mit vollem Kofferraum und vielen Ideen für den Willkommens- und Kennenlernworkshop  neugierig auf zum Gut Manhagen.

Was für ein traumhaftes Fleckchen direkt am See, wunderschön gelegen und sehr stilvoll und behaglich eingerichtet! Nur die Heizung war zu Beginn ein wenig träge.

 

Die erste gemeinsame Vorstellungsrunde war in vollem Gang, als ich kam. Es war herrschte schon hier eine sehr offene und tiefe Athmosphäre. Obwohl die Frauen sich erst kurz zuvor das erste Mal gehen hatten, erzählten sie schon sehr persönlich von sich und ihren Erfahrungen mit und durch ihre  Krebserkrankung.

 

Der Seminarraum lud richtig zur gemeinsamen Arbeit ein, immer mit Blick auf See und Wald.

Einstiegsseminar Mitte

Ich empfing die  Frauen mit einer gestalteten Mitte aus lauter Fotos über Frauen – die erste Aufgabe:  Welche Bilder sprechen sie an, weshalb? Was für Bedürfnisse, Wünsche, (un-)geträumte Träume, hinter ihnen gelassene Klischees kommen zum Vorschein. Sehr persönlich erzählten die Frauen einander von sich.

Besonders berührt haben  mich zwei Frauen:  S.,  die kaum noch deutlich sprechen konnte. Ich durfte ihre Dolmetscherin sein – wieviel Kraft sie bei aller Schwäche ausstrahlte! Und M., die sich schützen musste vor all den neuen Eindrücken, die nach langer Isolation auf sie einstürzten. Für beide war es ein riesiger Kraftakt, in der Runde zu sitzen,  zuzuhören und von sich zu erzählen. Hut ab vor deren Wagemut!

 

Weiter ging es mit einer Partnerinnenarbeit:  mit Hilfe eines gezeichneten persönlichen Lebenswappens  die eigene Biografie darstellen und sich zu zweit austauschen. Es sind sehr kreative und ausdrucksvolle Werke entstanden. Ich habe mich zurück gehalten, um den Frauen ihren Raum zu lassen und nicht den Eindruck einer Zuhörerin zu erwecken. Selbst so empfand ich mich fast als Eindringling.

 

Zum Schluss formulierten die Frauen ihre Herzenswünsche an und für diese Woche. Sie fanden Platz  in – natürlich – einer Herzdose und sollten zum Abschluss wieder hervorgeholt werden.

 

Aus dieser Arbeit gingen alle Frauen beschwingt heraus; voller Erwartung auf das, was sie in der vor ihnen liegenden Woche erleben würden. Zugleich waren sie sich ihrer Selbst ein wenig bewusster geworden.

 

Und ich packte meine Sachen zusammen , wäre gern dabei geblieben – um mitzuleben, wie und was alle Frauen in dieser Woche erleben, was sie entdecken, was sie berührt, und wie schön die Winterlandschaft am See sein kann. Aber: wir sahen uns am Donnerstag wieder.